Ein Symbol wird 60

Wäre das ‚Peace-Zeichen‘, wie unsere ehemalige Landesbischöfin, Pastorin der Hannoverschen Landeskirche, könnte es in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Aber ‚Rente mit 60‘ ist nicht nur für verdienstvolle Logos keine Option, schon gar nicht abschlagsfrei. Und die Entwicklung in allzu vielen Ecken der Welt, aber auch gar nicht mehr so weit von uns entfernt, deutet nicht darauf hin, dass sich die Kampagne gegen Nuklearwaffen samt ihrem Symbol in nächster Zeit zur Ruhe begeben könnte.

Skizze von Gerald Holtom (Commonweal Collection, University of Bradford). Die Buchstaben N (für nuclear) und D (für disarmament) aus dem internationalen Flaggenalphabet vereint in Symbol der Ostermarschkampagne. Ursprünglich hatte Gerald Holtom ein Kirchenkreuz in den die Erde zeigenden Kreis stellen, mehrere Bischöfe rieten ihm davon ab.

Das Symbol, das der britische Künstler Gerald Holtom (1914-1985) vor genau 60 Jahren am 21. Februar 1958 in die Welt setzte, sollte der Kampagne gegen die nukleare Aufrüstung ein Logo (so nannte mensch es damals noch nicht …) geben, unter dem sie sich zum allerersten Ostermarsch am Karfreitag desselben Jahres versammeln konnte. In Südostasien waren sich die westliche und die östliche Führungsmacht bereits gefährlich nah gekommen, Europa in beider Einflusssphären aufgeteilt -  nur 13 Jahre nach dem mörderischen Weltkrieg fürchteten die Menschen in beispielsweise in England die Angst vor einem erneuten internationalen Konflikt und den schrecklichen Waffen, mit denen er ausgetragen werden könnte.

Der Ostermarsch 1958 vereinte mehr als 10.000 Menschen, die von London aus zum 80 km entfernten britischen Kernwaffenforschungszentrum Aldermaston zogen, um für nukleare Abrüstung -  Nuclear Disarmament -  zu demonstrieren. Auch über dem Friedensort Sievershausen ist das Zeichen zu sehen und ruft zur Beteiligung am diesjährigen Ostermarsch auf, z. B. am Ostersonnabend in Hannover (Auftakt mit Lutz Krügener in der Ägidienkirche)

Renke Brahms: Deutschland darf zu türkischem Militäreinsatz nicht schweigen

  Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat die Bundesregierung aufgefordert, deutlich gegen den völkerrechtswidrigen Einmarsch der Türkei in kurdisches Gebiet in Syrien Position zu beziehen und dies auch im Nordatlantikrat der NATO zum Ausdruck zu bringen. „Je länger die Bundesregierung hier schweigt zu dem militärischen Vorgehen ihres NATO-Bündnispartners Türkei, um so mehr entsteht der Eindruck einer deutschen Billigung dieses Militäreinsatzes“, so Renke Brahms auf der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD, die sich in der Evangelischen Akademie in Loccum zu ihrer Jahrestagung trifft. Mehr...

Frieden lernen und erleben am historischen Ort der Schlacht von Sievershausen

Das neue und erweiterte Angebot

Die neuen Module für das Programm Frieden lernen und erleben gültig ab Januar 2018

Die Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen e.V. als gemeinnütziger Trägerverein des Antikriegshauses und der Antikriegswerkstatt verfolgt das Ziel, zu Friedensarbeit anzuregen, Friedensarbeit durchzuführen und ein friedvolles Zusammenleben zu fördern. Wir sind über die in dieser Broschüre vorgestellte friedenspädagogische Arbeit hinaus in einem weiten Themenspektrum aktiv.

Großes Interesse an Kinderschicksalen in Bergen Belsen

 Mehr als 70 Besucher waren am letzten Sonntag in das Antikriegshaus nach Sievershausen gekommen, um sich anlässlich des Shoa-Tages von Diana Gring, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin der Gedenkstätte Bergen Belsen, in einem sehr kenntnisreichen Vortrag über die Schicksale von Menschen informieren zu lassen,  die als Kinder das Konzentrationslager in der Heide erlebt haben. Diana Gring berichtete in ihrem Vortrag von den mehr als hundert lebensgeschichtlichen Interviews, die Menschen geführt hat, die diese Zeit, ob des Gesehenen und Erlebten mehr oder weniger stark traumatisiert, überlebt haben. Neben den bloßen Fakten kam so auch viel Anrührendes aus diesen Begegnungen zur Sprache. Deutlich wurde aber auch, dass die zunehmende Gesellschaftsfähigkeit rechten Gedankengutes und der triumphale Einzug der AFD in deutsche Parlamente bei KZ-Überlebenden und ihren Nachkommen in aller Welt blankes Entsetzen auslöst.

Zeitgleich mit dem Gedenken an die Befreiung des Lagers durch die britische Armee am 15. April wird an diesem Tag im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte eine von Diana Gring erarbeitete Ausstellung zum Thema Kinderhäftlinge eröffnet.Sie soll hier für etwa ein halbes Jahr gezeigt und von einem abwechslungsreichen Programm begleitet werden, zu dem auch Begegnungen mit Überlebenden gehören werden, die als Kinder im KZ Bergen-Belsen inhaftiert gewesen sind. Anschließend wird die Ausstellung als Wanderausstellung verfügbar sein.

AGDF fordert: Rüstungsexporte in die Türkei stoppen

„Nach dem erneuten Einmarsch türkischer Truppen am vergangenen Wochenende in Syrien ist es höchste Zeit, dass die Bundesregierung nun auch alle Rüstungsexporte in die Türkei stoppt", fordert Jan Gildemeister.

Nach der Ankündigung der Bundesregierung, Waffenlieferungen in Länder zu stoppen, die am Jemen-Krieg beteiligt sind, hält es die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) für angebracht, auch die deutschen Rüstungsexporte an die Türkei wegen ihrer Kriegsbeteiligung in Syrien umgehend einzustellen. „Es kann nicht angehen, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. So richtig es ist, keine Ausfuhren an Saudi-Arabien, Jordanien, Ägypten und andere Länder mehr zu genehmigen, so notwendig wäre es, dies nun auch in Bezug auf die Türkei zu tun", fordert Jan Gildemeister, der AGDF-Geschäftsführer.

Unterkategorien