Shoa-Gedenktag im Antikriegshaus

Ausstellungseröffnung: Aus Niedersachsen nach Auschwitz

Der 27. Januar, Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die sowjetische Rote Armee, ist seit mehr als 20 Jahren in Deutschland offizieller Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im Antikriegshaus wird aus diesem Anlass am Sonntag, 27. Januar um 16 Uhr an die Ermordung der deutschen Sinti und Roma erinnert.

Im Dezember 1942 ordnete SS-Führer Heinrich Himmler die Deportation der im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz an. In der Folge wurden auch aus Nordwestdeutschland zahlreiche Kinder, Frauen und Männer in das KZ verschleppt und in den Gaskammern ermordet, viele andere starben an den Folgen von Hunger, Zwangsarbeit und Entbehrungen.

Das Antikriegshaus will anlässlich des Shoa-Tages der Opfer gedenken, gleichzeitig aber den Blick auf die heutige Lage der Sinti und Roma richten, in einer Zeit, in der rassistische Diskriminierung und Ausgrenzung wieder gesellschaftsfähig gemacht werden sollen.

Sprechen werden zum Thema Mario Franz vom Vorstand der Niedersächsischen Beratungsstelle für Sinti und Roma e.V. und Boris Erchenbrecher, Mitarbeiter der Beratungsstelle im Bereich Geschichte/Politik/Bildung. BorisErchenbrecher hat die Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ mit erarbeitet.

Die Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ wurde anlässlich des 60. Jahrestages der Deportation vieler Sinti und Roma aus dem Gebiet des heutigen Niedersachsen erarbeitet und im März 2003 im Niedersächsischen Landtag eröffnet. Seitdem ist sie als Wanderausstellung an vielen Orten des Landes – in Schulen, Rathäusern und anderen öffentlichen Stätten – gezeigt und von Tausenden von Menschen besucht worden.

In ihr werden die Ausgrenzung und Verfolgung der Sinti und Roma vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert thematisiert – mit dem Schwerpunkt in der Zeit des Nationalsozialismus. Nachnunmehr fünfzehn Jahren wurde die Ausstellung einer kompletten Überarbeitung unterzogen. Neben einer neuen grafischen Gestaltung wurden neue Forschungsergebnisse eingearbeitet und einige thematische Tafeln hinzugefügt. Darin wird u.a. der Weg von Sinti und Roma, die Auschwitz überlebten, in die Zwangsarbeit, Sterilisation und Tod in den Konzentrationslagern Buchenwald, Mittelbau-Dora und Ravensbrück dargestellt. Die Ausstellung endet mit einer thematischen Tafel zum letzten Ort des Deportationsweges vieler Sinti und Roma, dem Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Die Ausstellung ist dienstags und freitags von 10-17 Uhr sowie nach Vereinbarung im Antikriegshaus Sievershausen, Kirchweg 4A, Tel. 05175-5738 zu sehen

Sonnabend, 26. Januar 2019, 17 Uhr in Lehrte

LUDWIGS ABSPRUNG

Dokumentarfilm von Karla Sonntag

Im Anschluss: Filmgespräch mit der Filmemacherin Karla Sonntag
(Moderation: Elvin Hülser, Antikriegshaus Sievershausen)

Der Film geht der auch heute aktuellen Frage nach: Was bringt einen jungen Menschen dazu, alles hinter sich zu lassen, aus seinem Heimatland ins Ungewisse zu flüchten.
Wir begleiten Ludwig Sasse rückblickend auf dem entscheidenden Teil seines Lebensweges. Als 17-Jähriger flüchtete Ludwig Sasse im Jahr 1956 von der DDR in die Bundesrepublik. Er fühlte sich als gläubiger Christ, der sich weigerte der FDJ beizutreten und der die Wehrpflicht ablehnte, drangsaliert. Über das Auffanglager Berlin-Marienfelde und vier weitere Lager vollzieht der Film die Stationen dieses schwierigen Weges nach. Der Zuschauer erlebt durch die Fragen der Enkeltochter Mali (21 J., Musikstudentin in Leipzig) intensiv, wie sich Ludwig in Sandbostel, dem Auffanglager für jugendliche unbegleitete Flüchtlinge aus der DDR, gefühlt hat, erhält Einblick in den Tagesablauf und die Funktion der Laufzettel. Wie politisch verhält sich ein junger Mensch damals und heute; die Wertevorstellungen als gläubiger Christ und was daraus wurde; die Liebe zu seiner späteren Frau Elke, welche vorerst in der DDR verblieb; die Gruppendynamik und die Rolle des Elternhauses - all dies und mehr wird zwischen dem inzwischen 77-jährigem Opa und seiner Enkelin spannend erzählt, hinterfragt, bebildert und in Szene gesetzt. Die Dokumentation beleuchtet neben dem Einzelnen auch die angespannte politische Lage im geteilten Deutschland bis 1967. Durch Integration von Foto- und Filmmaterial aus den Gedenkstätten Marienfelde und Sandbostel, sowie dem Museum in der „Runden Ecke“ in Leipzig (ehemaliger Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit) erhält der Film ein historisches Fundament, was durch Familienfotos der Familie Sasse ergänzt wird.

Bericht von Susanne Hanke im Lehrter Anzeiger zur Verleihung der Sievershäuser Ermutigung

Die Culture Counts Foundation hat den diesjährigen Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung für ihre überzeugende journalistische Arbeit auf dem Feld der Berichterstattung über Konflikte, praktische Konfliktbearbeitung und Friedensprozesse erhalten. Die von den Journalisten Michael Gleich und Tilman Wörtz ins Leben gerufene gemeinnützige Culture Counts Foundation hat sich der Förderung des konstruktiven Journalismus verpflichtet. 

Es braucht Mut, gegen den Strom zu schwimmen .....    Artikel lesen

EP- Parlamentsmehrheit setzt auf Rüstungsinvestitionen statt auf Stärkung ziviler Konfliktbearbeitung

Pressemitteilung von Church and Peace zur heutigen Abstimmung

Das Europarlament hat heute das Verhandlungsmandat für den Europäischen Verteidigungsfonds beschlossen. Church and Peace hält diesen Beschluss für falsch, da er weiter auf Stärkung der militärischen Kapazitäten setzt, während Ressourcen für zivile Konfliktbearbeitung in unverantwortlicher Weise vernachlässigt werden.    Pressemitteilung lesen

Sievershäuser Ermutigung 2018 an Culture Counts Foundation

Sonntag, 9. Dezember, 16 Uhr

Die Culture Counts Foundation erhält den diesjährigen Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung für ihre überzeugende journalistische Arbeit auf dem Feld der Berichterstattung über Konflikte, praktische Konfliktbearbeitung und Friedensprozesse. Die von den Journalisten Michael Gleich und Tilman Wörtz ins Leben gerufene gemeinnützige Culture Counts Foundation hat sich der Förderung des konstruktiven Journalismus verpflichtet und betreibt u.a. das Projekt Peace Counts, in dessen Rahmen Reportagen für große Printmedien, Radio- und Fernsehdokumentationen sowie „MUT – das magazin für lösungen“ produziert werden. Ein Netzwerk von Reportern, Fotografen, Friedenspädagogen und -forscherinnen hat sich der Friedensberichterstattung verschrieben, die dokumentiert, wie Menschen und Organisationen wirksam und konstruktiv an Friedensprozessen arbeiten. Die Festrede wird der bekannte Journalist Andreas Zumach halten.

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