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Im Jahr 1979 gründete sich zum Aufbau und Betrieb des Antikriegshauses ein gemeinnütziger Verein mit dem Namen „Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen e.V.“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, „aus christlichen und humanitären Motiven zur Friedensarbeit anzuregen, selbst Friedensarbeit durchzuführen und zu fördern“ und sich für „Völkerverständigung und das friedvolle Zusammenleben“ einzusetzen.
Diesen in der Satzung festgeschriebenen Vereinszweck versuchen die ehren- und hauptamtlich tätigen Menschen im Haus seitdem unter sich verändernden Rahmenbedingungen zu erfüllen und konnten im Mai 2019 das 40jährige Vereinsjubiläum begehen.

Unser Verständnis von Frieden und Friedensarbeit

Als Antikriegshaus sind wir nicht – anders als es der Name vielleicht vermuten lässt – in erster Linie gegen etwas, sondern wir sind für etwas, nämlich Frieden. Frieden als Wert, Frieden als Praxis, Frieden als Utopie! Gleichwohl wurde der Name von den Initiatoren der Einrichtung bewusst gewählt, um den Krieg als scheinbares Mittel der politischen Auseinandersetzung nachhaltig zu diskreditieren.

In unserer Arbeit stehen christliche wie humanistische Motive, Überzeugungen und Überlegungen zum Wert des Friedens, zum Gegenstand des Friedens selbst sowie zu praktischen Bedingungen des Friedens und Wegen zum Frieden in ständigem Dialog.

Frieden ist an Voraussetzungen gebunden, die wir in unserer Arbeit zum Thema machen und zu vermitteln suchen:

   Frieden basiert auf der Achtung der Menschenwürde sowie der Achtung und Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen gleichermaßen.

   Frieden braucht einen regelbasierten Konfliktaustrag, in dessen Verlauf die Konfliktparteien die persönliche Integrität und die Interessen des Gegenübers achten.

   Frieden braucht Gerechtigkeit, nicht Macht und Stärke als Handlungsnorm. Dies impliziert die Suche nach gerechten Konfliktlösungen, die für alle akzeptabel und legitim sind.

   Frieden braucht Freiheit in Verantwortung: Die Achtung der Freiheit anderer und die Verantwortung in der Wahrnehmung eigener Freiheit gegenüber Mitmenschen sowie Umwelt     und Ressourcen sind Grundlagen für einen nachhaltigen Frieden.

   Frieden braucht Weitsicht: Entscheidungen können langfristige Auswirkungen haben. Daher ist Frieden ohne die Berücksichtigung der Bedürfnisse künftiger Generationen nicht       dauerhaft möglich.

Gleichzeitig bleibt die Friedensthematik stetige Herausforderung, bisherige Antworten müssen überprüft, neue Antworten unter sich stetig verändernden Rahmenbedingungen, bspw. der Globalisierung gefunden werden. Welcher Frieden wird den Menschen gerecht und kann somit gerechter Friede genannt werden? Wie realisieren wir Frieden?

Unser Verständnis des Friedens begründet eine Verantwortung für den Frieden als Mensch, Bürger und Christ, die nicht vor der eigenen Haustür endet. Für den Frieden muss man arbeiten, sich einsetzen. Friedensarbeit in diesem Sinne umfasst friedensethisches, friedenspolitisches und friedenspraktisches Engagement.

Friedensarbeit lebt von der stetigen Neugierde als Schlüssel für einen produktiven, kooperativen Umgang miteinander und für einen konstruktiven Umgang mit Konflikten, die zum Leben gehören. Wenn wir Streit und Konflikte in gegenseitigem Respekt und mit der Fähigkeit zu Selbstzweifeln austragen, können Konflikte uns auch weiterbringen – gerade weil sie helfen, allzu Selbstverständliches in Frage zu stellen und neue Ideen kennen zu lernen und zu entwickeln. Neugierde bedeutet auch, sich aufeinander einzulassen, einander zuzuhören, Verbindendes zu suchen und zu entdecken. Aber auch, sich gemeinsam weiterzuentwickeln und darüber Perspektiven für da Zusammenleben zu schaffen.

Friedensarbeit braucht Kreativität und Realitätssinn gleichermaßen, um Wege zum Frieden zu finden, Hoffnung, bei aller ernüchternden Auseinandersetzung mit der Realität. Sie erfordert Zugewandtheit, Güte und die Bereitschaft zur Versöhnung, einen langen Atem, und kann nur gelingen, wenn sie bei aller Verantwortung mit Freude und Zuversicht gemacht wird.

Der  Friedensort  Antikriegshaus Sievershausen als zivilgesellschaftliche und politische Stimme

Das Antikriegshaus im Friedens- und Nagelkreuzzentrum Sievershausen versteht sich als Begegnungs- und Veranstaltungsort in der Mitte Niedersachsensund fördert als Friedensort der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers die gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung mit friedensethischen, friedenspolitischen und friedenspraktischen Fragestellungen. Unsere überregionale Vernetzung und internationalen Kontakte ermöglicht eine wichtige Brückenfunktion zwischen den lokalen und globalen Bezügen der Friedensarbeit. Wir unterstützen Wege der friedlichen Konfliktbearbeitung und tragen mit der Bearbeitung folgender Themenfelder zu einer Kultur des Friedens bei:

   Auseinandersetzung mit Kriegen und Konflikten, deren Ursachen, Austragungsformen und Folgen

   Potentiale der friedlichen Konfliktbearbeitung

   Menschenrechtsfragen

   Eintreten für die Opfer von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen

   Erinnerungskultur und Geschichtsbewusstsein: Verantwortung vor der Geschichte – Verantwortung für die Zukunft

   Auseinandersetzung mit Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsextremismus

   Perspektiven ökologischer Nachhaltigkeit

Wir sehen es als unsere Verantwortung und Aufgabe, uns in die gesellschaftliche und politische Diskussion einzumischen und öffentlich Position zu beziehen. In unserer Rolle als politischer und gesellschaftlicher Akteur verstehen wir uns als Anwalt und Stimme

  1. für die Realisierung von Chancen und Möglichkeiten friedlicher Konfliktbearbeitung und die Stärkung ziviler Konfliktbearbeitungskompetenzen und -ressourcen
  2. gegen die Verletzung von Menschenrechten und für Menschen in Kriegs- und Notsituationen
  3. für die Schaffung und Erhaltung einer friedensfähigen politischen und gesellschaftlichen Kultur
  4. gegen die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen und für ökologisch nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsformen.

Wir äußern uns immer wieder gezielt zu ausgewählten Fragestellungen auf öffentlichen Veranstaltungen, in seinen Publikationen und gegenüber den Medien. Wir können unsere Stimme verstärken durch den gemeinsamen Auftritt mit Partnern und arbeiten in Netzwerken an gemeinsamen Positionsbestimmungen mit. Dies gilt insbesondere innerhalb der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), aber auch innerhalb der Initiative ‚Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus‘ (IKDR) in der Ev.-luth Landeskirche Hannovers oder auf lokaler Ebene im Lehrter ‚Bündnis gegen Rechts‘. Partner für unsere Erinnerungsarbeit sind die Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen und das Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover. Seit 2014 sind wir, zusammen mit der ev.-luth. St. Martins-Kirchengemeinde Mitglied in der weltweiten Versöhnungsgemeinschaft des Nagelkreuzes von Coventry.

Weitere dezidiert kirchlich und ökumenischen Zusammenhänge unserer Arbeit ist die Mitarbeit im Aktionskreis Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, wir beteiligen uns an Vorbereitung und Durchführung der jährlichen ökumenischen Foren. In den Jahren 2010/2011 gab es an verschiedenen Stellen eine intensive Mitarbeit an der landeskirchlichen Vorbereitung auf die Internationale Ökumenische Friedenskonvokation in Jamaika zum Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt, einschließlich der Mitarbeit an Arbeitsmaterialien der Landeskirche und der Ausrichtung eines Friedensfestes. Es gibt eine regelmäßige Mitarbeit bei Friedensandachten in der Marktkirche in Hannover.

Seit vielen Jahren sind wir mit eigenem Stand auf den Evangelischen und Ökumenischen Kirchentagen präsent.

Vertreter der Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen e.V. treten öffentlich als Diskussionsteilnehmer oder Impulsgeber bei Dritten auf.