"Ich weiche nicht zurück!" - Bischof Ablon und sein Kampf um Minderheitenrechte auf Mindanao (Philippinen)

Vor zehn Jahren wurde Antonio Ablon (43) als Bischof der „Iglesia Filipino Independiente (IFI)“ auf der Insel Mindanao eingeführt. Getreu des sozialkritischen Ansatzes der Unabhängigen philippinischen Kirche hat sich der Würdenträger seitdem unablässig für die Belange der indigenen Bevölkerung seiner Diözese Pagadian eingesetzt. Die IFI stellt sich zum Beispiel auf die Seite der indigenen Lumad, deren Land von großen Agro- und Minenkonzernen beansprucht wird. Die bedrohten Ureinwohner fliehen entweder in die Wälder oder die großen Städte. „Wir können dazu nicht schweigen“, erklärt Bischof Ablon die Position seiner Kirche.
Die Regierung von Präsident Rodrigo Duterte unternimmt vieles, um die Indigenen auf Mindanao aus ihren traditionellen Lebensräumen zu vertreiben. Mindanao gilt seit vielen Jahren als sozialer Brennpunkt und gefährliche Unruheprovinz. Offiziell soll das Militär mit der Umsiedlung der Indigenen die Kontrolle über potentielle Rückzugsgebiete islamistischer und anderer Guerillagruppen erhalten. Es geht aber auch um die lukrative Vergabe von Schürfrechten in der ressourcenreichen Region an philippinische und internationale Bergbaukonzerne. Bischof Ablon hat sich immer wieder öffentlich gegen solche Pläne engagiert. Deswegen wurde er schon seit Längerem in der Öffentlichkeit verleumdet. Anfang dieses Jahres aber tauchte sein Name auf den Mordlisten lokaler Todesschwadronen auf, die dem Regime von Präsident Rodrigo Duterte zugerechnet werden.
Aus diesem Grund hat die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte beschlossen, Antonio Ablon für ein Jahr an die Elbe einzuladen. Diese Zeit will der Bischof nutzen, die deutsche Öffentlichkeit ebenso über die Verhältnisse in seiner Heimat aufzuklären wie die Mitglieder der hier ansässigen philippinischen Community.

Ausschreibung der Sievershäuser Ermutigung 2020: Friedenspreis für internationale Begegnungsarbeit mit jungen Menschen

Die Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen und die Stiftung Frieden ist ein Menschenrecht schreiben zum sechzehnten Mal den mit 5.000 Euro dotierten Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung aus. Die Sievershäuser Ermutigung 2020 soll für hervorragende Projekte und Initiativen der internationalen Begegnungsarbeit mit jungen Menschen verliehen werden, die einen Beitrag zu einer friedlichen, auf Versöhnung, Verständigung und Zusammenarbeit setzenden Welt leisten. Nominiert werden können sowohl Organisationen und Initiativen, die eine solche Begegnungsarbeit durchführen, als auch einzelne Projekte der internationalen Begegnungsarbeit. Wichtig ist hierbei, dass ein erkennbarer Beitrag zu Versöhnung, Verständigung, Zusammenarbeit und Frieden geleistet wird.

DIE AUSSCHREIBUNG

Der Newsletter des Antikriegshauses für Februar 2020

Unser Newsletter im Schaltjahrfebruar -  ein Tag mehr zum gleichen Preis - u.a. mit einer Einladung zu unserer nächsten Veranstaltung am 23. Februar, zusammen mit der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte; Bischof Antonio Ablon ist z.Zt. Gast der Stiftung, weil er in seiner philippinischen Heimat auf der Insel Mindanao nicht mehr sicher leben kann. 

"Eine überflüssige und falsche militärische Machtdemonstration"
EAK und AGDF kritisieren 'Defender 2020'

Aus der evangelischen Friedensarbeit gibt es deutliche Kritik an dem in diesen Tagen beginnenden NATO-Manöver „Defender 2020“. Nach Ansicht der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK) ist diese militärische Großübung, die in April und Mai dann auch in Deutschland schwerpunktmäßig ablaufen wird, ein „falsches Signal und eine überflüssige und falsche militärische Machtdemonstration“, so die beiden Verbände. Zum Beitrag

„United 4 Rescue – Gemeinsam retten“ - acht Medienstationen an den Friedensorten der Hannoverschen Landeskirche veranschaulichen die EKD-Initiative

Persönliche Exponate der Flucht über das Mittelmeer und ein Videoclip gibt es an  Medienstationen an acht Orten der Hannoverschen Landeskirche zu sehen. Die Stelen haben die Form einer übermenschengroßen Welle. Das zweiminütige Video gibt kurze Informationen zur Aktion – und die Exponate zeugen von der dramatischen Flucht ebenso wie von den Ängsten und Hoffnungen der Flüchtenden nach der Ankunft in Europa. Die Würde des Menschen rückt so in den Mittelpunkt und macht die Realitäten der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik ganz konkret: Wie gehen wir mit Menschen um, die vor dem Hintergrund von Krieg, Armut, Verfolgung oder den Folgen des Klimawandels gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen?

Die acht geförderten Friedensorte in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers unterstützen auf diese Weise die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ins Leben gerufene Initiative „United 4 Rescue – Gemeinsam Retten“. Das Aktionsbündnis sammelt Spenden mit dem Ziel: „Wir schicken ein Schiff! Jedes Leben in Seenot muss gerettet werden.“ Es unterstützt die zivilen Seenotrettungsorganisationen, die humanitär handeln und Menschenleben retten, wo staatliche Seenotrettung fehlt. Am Friedensort Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld in Norden wird friedenspädagogisch zu den Themen Migration, Zwangsmigration, Ankunft und Integration gearbeitet. Lennart Bohne, der pädagogische Leiter, stellte aus der Sammlung der Dokumentationsstätte Exponate zur Verfügung, die von der Flucht über das Mittelmeer zeugen. In Kombination mit einem kurzen Videoclip, der auf die Seenotrettung aufmerksam macht, werden diese nun an den Friedensorten präsentiert. Von dort können Sie von Kirchen, Einrichtungen oder Initiativen für Veranstaltungen und zur Spendenwerbung abgeholt werden. PDF

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